Hören, fühlen, erleben
Auch im Jahr 2026 stand ein Tagesausflug im Veranstaltungsplan der Kreisorganisation Erfurt des BSVT. In diesem Jahr verschlug es einige Mitglieder und ihre Begleitpersonen in die Stadt Zeitz. Über eine italienische Handelsstraße zogen Volksstämme slavischen Ursprungs in die Gegend, um sich dort niederzulassen. Die Stadt wurde etwa in der Mitte des 10. Jahrhunderts gegründet.
Der heilige Michael ist der Schutzpatron der Stadt. Vor der Stadtführung, auf der die Teilnehmer noch viele weitere interessante Informationen bekommen haben, stand erst einmal ein besonderes Klangerlebnis auf dem Programm. Die Michaeliskirche wurde im Jahr 1154 Das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie gehört, genauso wie der Naumburger Dom, heute zum Kreis Naumburg-Zeitz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Die jetzigen Inhaber halten für ihre Besucher ein ganz besonderes Erlebnis bereit. Die Kirche erzählt mit einer geliehenen Stimme ihre Geschichte. Sie führt die Besucher durch die vielen Zerstörungen und Neuerrichtungen, die sie im Laufe der Jahrhunderte erlebt hat. Sie endete mit der letzten Sanierung, die in den Jahren 2013 bis 2017 durchgeführt wurde. Allerdings wurde sie noch durch eine sehr bemerkenswerte Information ergänzt. Die kirchliche Bibliothek, deren Hauptteil dem Erbe eines ehemaligen Schuldirektors entstammt, beherbergt einen originalen B-Druck von Luthers Thesen. Im Jahre 1542 wurde Nicolaus von Amsdorf, ein enger Freund Martin Luthers, als einer der Ersten evangelischen Bischöfe in das Amt eingeführt.
Was darf in einer christlichen Kirche nicht fehlen? Eine Orgel. Vor ihrer großen Sanierung wollte sie den Besuchern noch einmal zeigen, was ihre 2.000 Pfeifen leisten können. Drei Exemplare verschiedener Form und Größe konnten außerhalb der Orgel sogar mit den Händen betrachtet werden.
Erfüllt von den Klängen und Informationen ging es auf einen kleinen Fußmarsch, um noch einiges über die Stadt zu erfahren. Die Stadt teilt sich in drei Märkte, den Altmarkt, den ehemaligen Rossmarkt und den neuen Markt. Vor der Einführung der Kartoffel in Europa war Bier das „Grundnahrungsmittel“ der Bürger. Dadurch sind noch Überreste der alten Brauanlagen zu sehen. Der Besitz und die Herrschaft der Stadt wechselte im Laufe der Zeit zwischen der Katholischen, der evangelischen Kirche und weltlichen Fürsten.
Auch für die Zuckerproduktion ist Zeitz bekannt. Auch nach der Wende werden die legendären Knusperflocken weiter produziert.
Neben speziellen Skulpturen wie der Mäusebank oder der legendären Zuckerziege von Roland Lintner haben die Verbandsmitglieder auch ein Modell für Blinde und Sehbehinderte mit den Händen bewundern können. Außerdem bekommen Einheimische und Gäste stets um 12.00 Uhr durch das städtische Glockenspiel, das aus 22 Glocken besteht, ein kleines Ständchen geboten. Im Sommer erklingt „Am Brunnen vor dem Tore“, in der Weihnachtszeit „Süßer die Glocken nie klingen“.
Nach dem Mittagessen in der Orangerie konnte man das Schloss Moritzburg oder den dazugehörigen Park besuchen.
Danach fuhren wir weiter zum Etzdorfer Hof. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen, Einkäufen aus dem Hofladen, gefüllt mit vielen neuen Eindrücken ging es gegen 17.00 Uhr wieder gen Heimat.