PKK – Porzellan, Kräuter, Kekse!
Am Mittwoch, dem 11.06.2025 sind einige Mitglieder der Kreisorganisation Erfurt des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e. v. viele Jahrhunderte in der Zeit zurückgereist. Vor allem wollten wir etwas über Porzellan in Europa erfahren. Dazu haben wir die Leuchtenburg auf dem Lichtenberg erklommen. Im Jahre 1227 wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seit Mitte der 30er Jahre des 14. Jahrhunderts war sie im Besitz der Wettiner. Heute ist sie ein Museum für viele Arten von Porzellan, die in vergangenen Jahrhunderten in Europa hergestellt und gehandelt worden sind.
Leider konnten wir die Exponate nicht Betasten, da sie hinter Glas ausgestellt waren. Dafür wurden die Erklärungen unserer Touristenführerin durch verschiedene Videos begleitet. Porzellan stammt ursprünglich aus China. Die Erden, die dort vorkommen, können – ähnlich wie Ton – sofort verarbeitet werden. Die durch europäische Adelshäuser bestellten Porzellanerzeugnisse mussten allerdings erst aufwendig über die Seidenstraße oder per Schiff herbeigeschafft werden. Etwa ab der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in Europa Porzellan hergestellt.
In weiteren Räumen der Ausstellung haben wir erfahren, wie Porzellan in Europa in vergangener Zeit verwendet wurde. Natürlich wurde es des hohen Wertes wegen ausschließlich in Adelshäusern genutzt. Es war besonders faszinierend zu sehen, wie fürstlich getafelt wurde. Waren Gäste zur Tafel geladen, wurde die Sitzordnung so gestaltet, dass die Ranghöchsten dem Gastgeber am Nächsten saßen. Alle Gäste durften aber erst zu Tisch sitzen, wenn der Gastgeber saß. Ebenso durfte auch erst mit dem Essenbegonnen werden, wenn der Gastgeber begann. Viele Gerichte wurden aber nur der Präsentation wegen zubereitet. Schließlich hörten wir noch einige Stücke auf der Orgel der Kathedrale. Die Orgel, die jetzt dort erklingt, ist aber nicht das Original, sondern ein baugleiches Modell, dass vor einigen Jahren in der Schweiz in Auftrag gegeben wurde.
Unser zweites Ziel war der Lehmhof Lindig. Bis in die Zeit des Dritten Reichs hinein war dieser ein Bauernhof, der hauptsächlich für den Handel des Holzes genutzt wurde, das in den umliegenden Wäldern geschlagen worden ist. Danach war er lange Zeit dem Verfall preisgegeben. Im Jahr 2003 hat die jetzige Besitzerin diesen von ihren Eltern übernommen. Nachdem sie an der Bauhausuniversität Weimar Lehmbau studiert hat, hat sie den in der Umgebung reichlich vorkommenden Stoff genutzt, um das gesamte Anwesen vollständig umzubauen. Jetzt enthält der Hof drei Ferienwohnungen und einen Kräutergarten. Neben der Erholung, die man dort in der Natur finden kann, hat sich die Inhaberin auch in Kurgefilde vorgewagt. Die Gäste konnten Entspannung in einer Lehmsauna oder im Lehmbad finden. Auch Lehmbasteln für Kinder wird dort angeboten. Aus den vielen verschiedenen Kräutern können sich die Gäste ihren eigenen Tee kreieren.
Alle Teilnehmer haben – neben vielen Süßigkeiten aus dem Werksverkauf der Firma De Beukelaer – eine große Menge neues Wissen mit nach Hause genommen.